Die Finanzierung bei Gründungen

Hauptsache die Idee ist gut? Doch was ist mit der Finanzierung?

Der Kern eines erfolgreichen Geschäftes ist natürlich die Idee für ein gutes Produkt oder für eine nachgefragte Dienstleistung. Genauso wichtig ist jedoch für alle Gründer die Sicherstellung der Finanzierung und Liquidität. Vor allem in der Anfangsphase eines Unternehmens sind sehr viele Rechnungen zu bezahlen. Häufig sind es deutlich mehr, als das junge Unternehmen in dieser Phase selbst Rechnungen stellen kann.

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Wie können Sie den Finanzierungs- und Liquiditätsbedarf ermitteln? Prinzipiell schätzt man alle prognostizierbaren Ausgaben – mit einem gewissen Sicherheitsaufschlag – ein und stellt sehr konservativ die realisierbaren Einnahmen dagegen. Wichtig ist dabei auch, dass man sich über die sehr unterschiedlichen Zahlungsziele im Klaren ist. Zwischen der Auftragserteilung und der Bezahlung der entsprechenden Rechnungen liegen in vielen Branchen einige Wochen. Der auf diese Weise ermittelte niedrigste voraussichtliche Kontostand spiegelt Ihren Finanzierungsbedarf.

Muster und Tabellen für Ihre individuellen Berechnungen finden Sie im Internet bei Ihrer jeweiligen IHK. Außerdem auch bei den Landesbanken, beim BMWI oder auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit. Zur Sicherheit kann es sinnvoll sein, sich dabei beraten zu lassen oder einen Berater als Sparringspartner hinzuzuziehen.

Die Optionen möglicher Finanzierungsmodelle sind vielfältig und im Folgenden möchten wir nur drei Formen aufgreifen.

Das Eigenkapital

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Zu jeder Finanzierung einer Gründungsphase ist das Thema Eigenkapital sehr wichtig. Theoretisch gibt es besonders für Gründerinnen und Gründer auch Förderdarlehen, die nominal kein Eigenkapital erfordern. Allerdings dürften Bankgespräche deutlich erfolgreicher verlaufen, wenn das Konzept neben guter Ideen und einer hervorragenden Planung zusätzlich einen eigenen materiellen Einsatz der Akteure vorsieht. Je nach Branche ist dabei die Erwartung der Banken äußerst unterschiedlich. Meistens reichen 20% der zu finanzierenden Gesamtsumme als Eigenkapitalausstattung aus. In kritischeren Branchen wie der Gastronomie oder der Logistikbranche dürfen es allerdings gern auch 60% sein.

Förderdarlehen zur Finanzierung

Die Mehrheit der von der KfW oder den Bundesländern bereitgestellten Förderdarlehen sind explizit auf Gründungssituationen oder auf das Wachstum junger Unternehmen zugeschnitten. Neben niedrigen Zinssätzen bieten sie meist eine tilgungsfreie Anlaufphase. Dies gibt dem jungen Unternehmen die Chance, „Fahrt aufzunehmen“ bzw. Gelegenheit, sich zu entwickeln. Haftungsfreistellungen von bis zu 80% sind geeignet, fehlende eigenen Sicherheiten zu ersetzen.

Investoren als Finanzierungsmittel

Für Geschäftsmodelle, die bereits bewiesen haben, dass sie funktionieren können, kommen eventuell auch private, institutionelle oder öffentliche Investoren in Betracht. Investoren teilen einerseits die Risiken, die sich dem Unternehmen stellen, und bieten andererseits die Chance, die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Jedoch haben Investoren auch klare Erwartungen an die Rendite des Unternehmens und schränken mehr oder weniger stark, die Autonomie des Managements ein.

 

Welche Finanzierungsformen Sie selbst anstreben wollen, hat viel mit Ihrem eigenen Denken und der Gesamthöhe des Bedarfs zu tun. Auf jeden Fall sollten Sie realistisch planen und sich vor Augen halten – „der Junge mit dem weißen Pferd, der kommt nicht mehr“. Besser ist es, sich auf Sie selbst zu verlassen.

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