Mythen zur Existenzgründung – Teil 1

Wenn Du gründen willst, schau hin.

Auf dem Weg zur eigenen Selbständigkeit begegnet man immer wieder Gerüchten und Sagen, manche mögen zutreffen, viele jedoch auch nicht. Und genau deshalb räumen wir heute mit den ersten paar Mythen über die Existenzgründung auf.

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Jeder kann erfolgreich gründen

Eigentlich stimmt das, ganz so einfach ist das jedoch natürlich nicht. Zwar gibt es für jedes Manko im Wissen oder den Fähigkeiten, die für die Gründung und das Unternehmen wichtig sind, Möglichkeiten diese zu ergänzen, aber dafür muss man diese erkennen und lösen.

Selbst wenn die Idee auf den ersten Blick erfolgsversprechend erscheint, kann es passieren, dass der Kunde sie nicht annimmt. Nicht jede gute Idee zündet von selbst, die potentielle Zielgruppe – die Kunden – muss auch darauf anspringen.

Daneben ist nicht jeder Mensch für die Selbständigkeit gemacht ist. Die anfallenden Aufgaben sind deutlich vielfältiger als die von Angestellten und unterscheiden sich oft auch stark davon. Zudem gibt es einen deutlich höheren Druck, der sowohl psychischer, aber auch physischer Natur sein kann.

Wer als Selbständiger nichts von Disziplin, Selbstvermarktung oder lösungsorientiertem Arbeiten hält, wird vermutlich irgendwann in einer Sackgasse stecken.

Eine Geschäftsidee zu kopieren ist am Besten

Das Kopieren eines bewährten Produktes oder einer bewährten Dienstleistung kann durchaus ein probates Mittel sein. Allerdings sollte man den Wettbewerb sorgfältig analysieren, je mehr Firmen es bereits in diesem Bereich gibt, desto schwieriger ist es, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Wie es den Firmen, die in dieser Branche bzw. mit dieser Idee tätig sind, wirklich geht, will sorgfältig recherchiert sein.

Wenn man der Einzige am Markt ist, kann es passieren, dass der Nutzen der neuen Idee erstmal umständlich erklärt werden muss. Es gibt keine wirklich pauschale Antwort zu der Frage, ob es mehr Sinn macht zu kopieren oder etwas völlig Neues zu wagen. Jede Methodik hat ihr Für und Wider, und will in jedem individuellen Einzelfall detailliert geprüft und abgewogen werden. Insofern ist das Gründen auch hier nicht frei von akribischer Kleinarbeit.

Wenn man kopiert, sollte man unbedingt auf Schutzrechte oder Gebrauchsmuster achten, damit die gute Idee, nicht statt in einem funktionierenden Geschäft in einem finanziellen Desaster endet.

Unterstützung und Beratung durch professionelle Stellen, wie z.B. Gründungsberatungen, Unternehmensberatungen, aber auch verschiedene Verbände und staatliche Stellen können bei der richtigen Entscheidung helfen.

Eine Festanstellung ist sicherer

Klar – aber im Grunde ist heute doch nichts mehr sicher. Selbst bei einer sicheren Festanstellung, gibt es Situationen und Szenarien, die zu einer Kündigung führen. Oftmals hat man auch selbst nicht in der Hand, wie bzw. ob sich das Unternehmen, für das man arbeitet, langfristig bestehen bleibt.

Die Selbständigkeit liegt dagegen komplett in eigener Hand, was sowohl Glücksgefühle als auch Ängste und Risiken mit sich bringt.

Flexibilität wird in unserer Zeit überall gefordert und macht nicht beim Erlernen der Funktionen des neuesten Mobiles halt. Wenn also Oma oder Mama predigen, dass eine Festanstellung sicherer ist, dann liegt das oft daran, dass sie noch aus einer „anderen Zeit“ stammen. Die Flexibilität der Selbständigkeit stellt ganz sicher hohe Anforderungen an die Motivation und auch an die Disziplin, aber wenn das Geschäft erst am Laufen ist, stellt sich nachweisbar auch eine höhere Zufriedenheit ein.

Nur als Experte bringt die Gründung Erfolg

Das stimmt eindeutig nicht. Unternehmer ist ein ganzheitlicher Full-Time-Job mit allen unternehmerischen Facetten. Expertise auf einem Gebiet ist gut für das operative Geschäft, muss aber nicht den Ausschlag über Erfolg oder Misserfolg geben. Ebenso hilfreich ist Disziplin, Hartnäckigkeit und wirtschaftliches sowie organisatorisches Know-how.

Es ist kein Problem sich das Wissen von anderen zu Nutze zu machen, indem man sich beraten lässt oder gewisse Bereiche von vornherein outsourct. Das beste Beispiel für Outsourcing ist wahrscheinlich der Steuerberater.

Ein Studium ist nicht erforderlich, für einen erfolgreichen Unternehmer. Allerdings haben viele Studiengänge und das Unternehmertum dieselben Anforderungen an die Kreativität, die Selbstständigkeit und das Durchhaltevermögen.

… to be continued…

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