Mythen zur Existenzgründung – Teil 2

Hier geht es zu Teil 1 der Mythen zur Existenzgründung.

Diese Woche folgt nun Teil 2.

Fremdkapital oder Investoren sind ein Muss

Fremdkapital und Investitionen dritter sind niemals ein Geschenk! Natürlich sind geförderte Darlehen oder die Bereitstellung von Eigenkapital durch Investoren insbesondere in Wachstumsphasen sinnvoll – Darlehen sind jedoch stets zurückzuzahlen und Investoren wollen für Ihr Engagement belohnt werden.

Die Kosten für die Gründung an sich können häufig klein gehalten werden und/oder durch Arbeitsleistung ausgeglichen werden. Gerade im Online-Bereich gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich mit geringem Kostenaufwand selbständig zu machen. In dieser Phase gilt ist, zu beweisen, dass das eigene Konzept sich bewährt und die Idee trägt.

Auf dieser Basis – eines bewährten Konzeptes – aufsetzend steigert sich der Gewinn in der Regel ohne Finanzspritze allerdings nur langsam, Wachstumsinvestitionen, die getätigt werden sollten, werden jetzt durch die Unterstützung von Banken oder Investoren deutlich erleichtert.

Fremdkapital kann also durchaus ein hilfreicher Begleiter sein. Ob die Gründung selbst bereits auf Fremdkapital fußen muss, sollte sorgfältig geprüft werden.

Gutes Produkt = die Kunden kommen von allein

Es gibt immer wieder Gründer, die denken, dass die Kunden von allein kommen, wenn das Produkt nur gut genug ist. Dabei wird gerne vergessen, dass man auf dem Markt noch keinen Namen hat. Leistungen oder Produkte sind noch nicht bekannt, das Vertrauen in das Unternehmen muss sich auch erst verdient werden.

Auf ein aktives Marketing wird man als Gründer eines neuen Unternehmens nur in den seltensten Fällen verzichten können. Für die Neukundengewinnung ist dies ebenso bedeutsam wie die Darstellung des Unternehmens nach außen.

Nur mit dem entsprechenden Marketing kann man die Kunden auf seine Produkte und Leistungen aufmerksam machen und sie so für das Unternehmen gewinnen.

Egal was, es ist von der Steuer absetzbar

Grundsätzlich kann zwar die Mehrwertsteuer bei betriebsbedingten Ausgaben mit der Mehrwertsteuer der Einnahmen verrechnet werden. Und auch die Einkommensteuer verringert sich logischer Weise, wenn die Betriebskosten den Gewinn mindern. Ansonsten trifft dieser Punkt aber nicht zu.

Zumal man auch bedenken muss, dass jede Ausgabe für den Betrieb natürlich trotzdem irgendwie bezahlt werden muss. Selbst wenn man am Ende an anderer Stelle dafür etwas Geld sparen kann, Ausgaben sind Ausgaben. Man bekommt, abgesehen von der Mehrwertsteuer, niemals den vollen Betrag zurück.

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Das geht alles auch allein

Heutzutage sind Selbständige, die allein aus dem Home-Office oder vom Strand auf Bali agieren, keine Seltenheit mehr. Man denke nur an all die Blogger und YouTuber. Es geht also durchaus einiges allein – bzw. ohne Präsenz an einem bestimmten Ort.

Wenn man allerdings wirklich erfolgreich mit seinem Business ist, stößt man irgendwann an die Grenzen seiner Kapazitäten und sollte dann in der Lage sein, zu delegieren. Dies geht ohne Anwesenheit natürlich nicht mehr durchgängig.

Außerdem sollte man immer auch bedenken, was passiert, wenn man als Einzelunternehmer krank wird. Gerade bei längeren krankheitsbedingten Ausfällen, kann einen das schnell in die Situation bringen, dass es finanziell eng wird.

Wenn man dann einen Mitarbeiter hat, der für einen einspringen und eventuelle Ausfallzeiten dadurch überbrücken kann, ist viel gewonnen. Auch wenn Angestellte sicher nicht zwingend sind, sobald das Unternehmen es hergibt, sollte man langfristig planen und darüber nachdenken, ob die Einstellung eines Mitarbeiters nicht doch sinnvoll wäre.

Ohne Businessplan geht es nicht

Es gibt durchaus Gründer, die auch ohne Businessplan produktiv und erfolgsverwöhnt sind. Oft wird ein Businessplan ohnehin nur benötigt, wenn man es mit Banken oder Investoren zu tun hat. Die wirklich Erfolgreichen haben aber indirekt doch einen, wenn auch nicht in Schriftform. Selbständige, die ihr Unternehmen auch ohne Businessplan nach vorne gebracht haben, haben diesen in der Regel zumindest im Kopf.

Erfolgreiche Gründer und Unternehmer kennen Ihre Zahlen, wissen, was ihr Geschäft ausmacht, wie ihre Wettbewerber aufgestellt sind und was sie tun müssen, um ihr Unternehmen voranzutreiben.

Ein geschriebener Businessplan ist also nicht zwingend notwendig, aber man sollte zumindest einen sehr konkreten Plan im Kopf haben.

… to be continued…

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